Gesundheitsvorsorge über Kreisgrenzen hinweg: Landkreis erwirbt neues MVZ in Höchst im Odenwald

„Gesundheit endet nicht an Kreisgrenzen.“ Mit diesem Statement bezieht Landrat Klaus Peter Schellhaas Stellung zum Erwerb einer gynäkologischen Praxis in Höchst im Odenwaldkreis durch den Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Fortführung der zukunftsgerichteten Gesundheitspolitik
Erstmals erwirbt der Landkreis Darmstadt-Dieburg damit einen Arztsitz außerhalb der eigenen Landkreisgrenzen. „Sicher kein gewöhnlicher Schritt, doch bei näherer Betrachtung die konsequente Fortführung unserer zukunftsgerichteten, kommunalen Gesundheitspolitik“, sagt Landrat Klaus Peter Schellhaas. Letztlich gehe es darum, eine wichtige Facharztpraxis und damit medizinische Strukturen im ländlichen Raum zu erhalten. Da sich die gynäkologische Praxis ein gutes Stück näher an der Kreisklinik in Groß-Umstadt als an der nächstgelegenen Klinik in Erbach im Odenwaldkreis befindet, ist ein Erwerb durch den Landkreis Darmstadt-Dieburg beziehungsweise die MVZ GmbH nahe: Der überwiegende Teil der Patientinnen wurde und wird stationär und für Entbindungen schon immer an der Kreisklinik in Groß-Umstadt behandelt. „Wir haben diesen Schritt im engen Austausch mit dem Landkreis Odenwaldkreis geplant“, betont Landrat Schellhaas. „Uns allen ging und geht es vor allem um die weiterhin zuverlässige Versorgung der Patientinnen.“

Erhalt und Ausbau einer guten fachärztlichen Infrastruktur
„Ziel ist es stets, die gesundheitliche Basisversorgung im Landkreis Darmstadt-Dieburg zukunftssicher zu gestalten“, so Pelin Meyer, Geschäftsführerin der MVZ GmbH. „Um das zu erreichen, haben wir früh die Weichen gestellt – früher als viele andere Landkreise.“ Grundlage der nunmehr seit vielen Jahren erfolgreichen, kommunalen Gesundheitspolitik ist das Gesundheitskonzept 2025. Dessen Ziele: dem Haus- und Facharztmangel entgegenwirken und die medizinische Versorgung und Pflege der alternden Bevölkerung im ländlichen Raum sichern. „Das Gesundheitskonzept 2025 trägt Früchte“, betont Pelin Meyer: „Schon jetzt haben sich die Strukturen unserer hausärztlichen und pflegerischen Versorgung deutlich verbessert.“ Im MVZ Ober-Ramstadt beispielsweise unterstützt eine sogenannte Nichtärztliche Praxisassistentin (NÄPA) bei der grundlegenden hausärztlichen und internistischen Versorgung der MVZ-Patienten und entlastet damit die Ärzte; eine Case Managerin versorgt meist ältere, multimorbide Patienten im heimischen Umfeld. Die beiden mobil einsetzbaren Mitarbeiterinnen sind ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung vom Medizinischen Versorgungszentrum hin zum lokalen Gesundheitszentrum.

Gesundheitsvorsorge macht nicht an Kreisgrenzen Halt
Mittlerweile erhält die Kreispolitik für diesen Weg und dafür, dass er so früh und vorausschauend eingeschlagen wurde, viel Zustimmung: „Solche Strukturen entstehen nicht von heute auf morgen“, so Meyer. Entsprechend groß sei der Wissensvorsprung und der Zuspruch aus anderen Landkreisen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, mit ihren Planungen aber noch am Anfang stünden. Auch wirtschaftlich befindet sich die MVZ GmbH auf einem guten Weg: 2019 konnten die Verluste bereits deutlich verringert werden, 2020 werden schwarze Zahlen geschrieben.

Eine weitverzweigte, kommunale Gesundheitsstruktur – gerade die letzten Monate mit ihren aktuellen Ereignissen haben gezeigt, wie wichtig diese ist. „Die Corona-Pandemie ist ein deutlicher Beleg dafür, dass Gesundheitsvorsorge nicht an Kreisgrenzen Halt macht und letztlich Daseinsvorsorge ist“, so Landrat Klaus Peter Schellhaas. „Kreisübergreifend haben wir im Zentrum für Akute und Postakute Intensivmedizin der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg erkrankte Patienten versorgt. Unsere Kreiskliniken, die Gesundheitsämter und alle Beteiligten haben hier vorbildlich reagiert, waren und sind optimal vorbereitet.“

Weitere Informationen sowie eine Übersicht über die MVZ unter:
https://mvz-dadi.de
https://gesundheitskonzept-dadi.de/

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