Zweiter Case Manager erweitert geriatrische Versorgung in Ober-Ramstadt und im Landkreis Darmstadt- Dieburg

Darmstadt-Dieburg. Ein zweiter Case Manager hat im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Ober-Ramstadt seinen Dienst aufgenommen: Christof Salzmann kümmert sich gemeinsam mit Stefanie Rudolph um die Belange älterer Menschen. „Das Konzept wurde in und um Ober-Ramstadt so gut angenommen, dass wir Verstärkung brauchten“, erläutert Pelin Meyer, Betriebsleiterin der Kreiskliniken und Geschäftsführerin der Medizinischen Versorgungszentren im Kreis. Christof Salzmann ist vor allem für die östlichen Kommunen des Landkreises Darmstadt-Dieburg zuständig.

Den Begriff „Case Manager“ hört der 57 Jahre alte Salzmann nicht so gerne, gerade ältere Menschen könnten damit wenig anfangen. Lieber nennt er sich Gesundheitslotse. Offiziell heißt das Projekt „Gemeindeschwester 2.0“. „Das Projekt wurde vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration initiiert.
Dabei geht es darum, ältere Menschen vor allem zu Hause zu besuchen und sich ein Bild von ihrer Situation zu verschaffen. In enger Abstimmung mit den Betroffenen und den Angehörigen regt der Gesundheitslotse dann Unterstützungsleistungen an und koordiniert deren Umsetzung. Sollte Bedarf bestehen, erfolgt ein Austausch mit anderen Netzwerkpartnern, vor allem dem Pflegestützpunkt des Landkreises. So sollen Senioren in ihrer persönlichen Lebenssituation gestärkt und für eine möglichst langwährende Selbstständigkeit gesorgt werden. „Es geht darum, Pflegebedürftigkeit so lange es geht zu vermeiden und auch die ansässigen Hausärzte im Landkreis zu entlasten“, sagt Kliniken-Betriebsleiter und MVZ-Geschäftsführer Christoph Dahmen. Das Land fördert das Projekt von 2020 bis 2024 mit 7,5 Millionen Euro in ganz Hessen.

Patientenverfügungen besprechen, Vorsorgevollmachten in die Wege leiten, bei der Beantragungen von Schwerbehindertenausweisen unterstützen oder die Verordnung von Hilfsmitteln wie Patientenbett, Rollator und Toilettenstuhl organisieren – das Arbeitsfeld von Christof Salzmann und seiner Kollegin ist äußerst vielseitig.
Zentrale Bedeutung kommt dabei auch der Zusammenarbeit mit anderen Anbietern im Bereich „Community Health“, dem Gesundheitswesen, zu. „Es geht darum, am Netzwerk der vorhandenen Altenhilfestrukturen weiterzuknüpfen und dies den Betroffenen bedarfsgerecht anzubieten“, erläutern Dahmen und Meyer. Außerdem stehen regelmäßige Besprechungen auf dem Dienstplan: Dabei ist auch immer Altersmedizinerin Evgenia Khanukova vom MVZ mit im Boot.

Christof Salzmann hat nach seiner Ausbildung als Krankenpfleger und der Weiterbildung zum Fachkrankenpfleger für Anästhesie- und Intensivpflege, Pflegewissenschaft an der Evangelischen Hochschule Darmstadt studiert. Er arbeitete auf Intensivstationen des Klinikums Darmstadt und war Pflegedienstleister verschiedener stationärer Einrichtungen der Altenhilfe.

Jetzt absolviert er eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Care- und Case Manager – auch wenn er dieses Wort nicht sonderlich mag. „Ich finde ‚Kümmerer‘ passend“, sagt Salzmann. In diesem Wort stecke alles, was ihm und seiner Kollegin Stefanie Rudolph wichtig sei: da sein, sich jemandem annehmen, sich sorgen und Aufmerksamkeit schenken.

„Die Case Manager sind mit Blick auf die geriatrische Versorgung ein wichtiger Baustein unseres zukunftsweisenden Gesundheitskonzepts 2025. Und deshalb freue ich mich sehr, dass sie von den Menschen in unserem Landkreis so gut angenommen werden“, sagt Landrat Klaus Peter Schellhaas, der Gesundheitsdezernent des Kreises.

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